Das CJD - Die Chancengeber CJD Christophorusschule Rostock

Erfahrungsbericht von Hannah Götz - Gymnasium

Mein Jahr an der CJD Christophorusschule Rostock

 

Während meiner Abiturphase habe ich mir viele Gedanken um meine Zukunft gemacht, was ich werden möchte und welches Studium das richtige für mich ist. Ich war sehr unentschlossen, bin jedoch mit meinen Überlegungen immer im sozialen Bereich geblieben. Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder doch Lehramt? Eine schwierige Entscheidung. In der Zeit ist mir dann die Idee gekommen ein FSJ zu machen. Eine sinnvolle Alternative ein Jahr Abstand von der Schule zu gewinnen und meine Fähigkeiten besser kennenzulernen. 

Eine Anzeige der CJD Christophorusschule Rostock  im Internet machte mich neugierig. Gesucht wurde ein/e FSJler/in für die Orientierungsstufe am Gymnasium. Perfekt um herauszufinden, ob ein Beruf in einer Schule zu mir passen könnte. Ich bewarb mich und wurde zu einem Gespräch mit Frau Guse, der Sonderpädagogin, und Frau Richter, der Koordinatorin der Orientierungsstufe, eingeladen. Am Tag des Gespräches musste ich mich erst einmal auf dem großen Gelände der Schule zurechtfinden. Auf dem Weg zum Büro von Frau Richter kam mir diese schon entgegen und begrüßte mich herzlich. In ihrem Büro lernte ich dann auch Frau Guse kennen, und die Anspannung fiel schnell von mir ab, da ich mich sofort willkommen fühlte.

Ich konnte frei erzählen, warum ich mich beworben hatte und was meine Erwartungen an das FSJ sind. Im Gegenzug wurde ich darüber informiert, was meine Aufgaben sein werden und das ich auch eigene Ideen einbringen könne, wenn ich welche hätte. 

Das was ich hörte sprach mich direkt an und sie sagten mir die Stelle schon am selben Tag zu.

 

Dass ich an der Christophorusschule mein FSJ machen durfte, war echter ein Glücksgriff, denn ich habe schon hierbei gemerkt, dass nette Kollegen und Menschen, die einem das Gefühl geben erwünscht zu sein und gebraucht zu werden, sehr wichtig sind, um Freude an seiner Arbeit zu haben.

 

Um ein FSJ an einer Schule wie der Christophorusschule machen zu können, muss man Freude an der Arbeit mit Kindern haben und mutig sein, um den kleinen Kindern offen gegenüber zu treten. Aber auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung muss man mitbringen, denn viele Aufgaben sind einem neu und man muss selbst entscheiden, wie man diese meistert. Ich habe dadurch viel Selbstbewusstsein im Umgang mit den Kindern und auch mit den Lehrern dazu gewonnen. Aber auch, wenn etwas einmal nicht so klappt wie es soll oder man sich Dinge nicht zutraut, ist das nicht schlimm. Man darf Fehler machen und auch „nein“ sagen. Niemand wird hier dafür verurteilt.

 

Im Großen und Ganzen hatte ich vier Aufgabenfelder: Schulorganisation, Pausenaufsicht, Sonderpädagogik und auch Lehrertätigkeiten. Ich wurde überall miteinbezogen, über alles informiert und ich habe immer wieder das Gefühl bekommen gebraucht zu werden und eine große Hilfe zu sein.

Wie auch die Lehrer, habe ich in der morgendlichen Hofpause aufgepasst, dass fair gespielt wird und keiner sich heimlich wieder ins Schulgebäude geschlichen hat. Das stieß zwar nicht immer auf Begeisterung, aber da musste man Durchsetzungsvermögen beweisen. Um den Kindern eine schöne Pause zu ermöglichen, gibt es einen Spielewagen. Den Schlüssel dafür hatte ich in meiner Obhut. Am Anfang der Pause habe ich den Wagen aufgeschlossen, den Kindern die Spielsachen herausgegeben und darauf geachtet, dass nach der Pause alles wieder in den Wagen zurück gelegt wurde.

Im Winter war es schön den Kindern beim Spielen im Schnee zuzuschauen, auch wenn es sehr kalt draußen war. Im Sommer habe ich manchmal auch selber mit den Kindern gespielt.

Ab und zu musste ich Streit schlichten, oder es gab kleine Verletzungen, die versorgt werden mussten. 

 

Schulorganisation wird bei Aufgaben wie der Vorbereitung der Kontakt- und Testtage für die zukünftigen fünften Klassen deutlich. In den Tagen davor musste ich sehr viele Aufgabenblätter zusammensuchen, kopieren, zählen, ordnen, in Kisten verpacken. Das kostete vor allem Nerven und Spaß hat es zwar nicht gemacht, aber eine wichtige Aufgabe war es dennoch. Auch die anderen Kollegen waren dankbar, dass ich diese übernommen habe. Für das Wohl der Kinder habe ich Obst, Fruchtriegel und Getränke gleichmäßig auf die Klassen verteilt. Die Kontakt- und Testtage fanden an zwei Samstagen statt, an denen ich auch vor Ort war und beim Aufbau und bei der Verpflegung der Eltern mitgeholfen habe. Von den Kollegen habe ich Fotos gemacht, welche später mit einem kleinen Dankeschön für die Unterstützung im Lehrerzimmer hingen. Auch hierbei war wieder zu spüren, dass ich eine große Hilfe bin. Frau Richter hat mich lobend vor der Elternschaft und den Kollegen erwähnt. Beim Eishallenfasching, welcher jedes Jahr für die Kinder veranstaltet wird, habe ich ebenfalls Fotos als Erinnerungen gemacht, welche ich im Nachhinein für die Kinder an eine große Pinnwand angebracht habe.

Meine andere Aufgabe beim Fasching war es, das Geld, welches für den Eintritt bestimmt war und ich in der vorherigen Woche besorgt hatte, vor Ort zu bezahlen.

 

Ich hatte oft die Gelegenheit mit den Kollegen über meine Pläne für die Zukunft zu sprechen. Sie gaben mir Tipps und erzählten von ihrer Studienzeit. Besonders Frau Richter sagte mir immer wieder mit Begeisterung, wie toll ich vor der Klasse stehen würde und den Stoff rüberbringe. Das tat gut zu hören und bestärkte mich intensiver über ein Lehramtsstudium nachzudenken.

Meine Kollegen haben mir viel zugetraut und ich denke, dass ich ihnen auch bewiesen habe, dass es kein Fehler war. Ich gab öfter „Vertretungsunterricht“ in der Orientierungsstufe, wenn ein/e Lehrer/in krank geworden ist oder es einen anderen Notfall gab. Wenn es Aufgaben gab, die erledigt werden sollten, dann habe ich diese mit den Kindern gemacht, oder auch Unterrichtsstoff, wenn die Kollegen mir das zutrauten. Oft haben wir auch einfach Spiele aus dem großen Spielekoffer gespielt, der extra für die Orientierungsstufe angeschafft wurde. Die Kinder nahmen mich super an. Sie traten mir alle mit Respekt entgegen und ich fühlte mich wohl vor einer Klasse zu stehen. Die Kinder freuten sich,  dass ich sie nun das Jahr begleiten würde. Dazu trug auch die Klassenfahrt am Anfang des Schuljahres bei. Es ging für die fünften Klassen nach Boitzenburg. Ich hatte in der Woche die Chance, sowohl die Kinder, als auch die Kollegen besser kennenzulernen.

Ein weiter Teil meiner Arbeit bestand aus der Zusammenarbeit mit der Sonderpädagogin Frau Guse. Von ihrer Arbeit war ich beeindruckt. Sie hat viele Tätigkeitsfelder und ein offenes Ohr für jeden. Ich habe viel von ihr lernen können.

Sie hat mich in alles mit einbezogen, mir alle Fragen beantwortet, die ich hatte und ich bekam tolle Blicke in den Beruf einer Sonderpädagogin an einer Schule. Wir haben zusammen Kinder und Jugendliche betreut, die auffällig waren in ihrem Verhalten oder Probleme hatten sich in der Schule zu koordinieren. Wenn es Probleme in einer Klasse oder auch mit einzelnen Schülern gab, suchte sie immer nach einer passenden Lösung für das Problem.

Auch sie hat mir viel zugetraut, sodass ich einen Teil ihrer Aufgaben mit übernehmen durfte. Ich begleitete Kinder mit im Unterricht und versuchte ihnen eine Hilfe zu sein.

 

Ab und zu saß ich auch einfach in Klassen und hospitierte, um zu schauen wie die einzelnen Lehrer in den unterschiedlichen Fächern unterrichten. Ich half dann auch bei Fragen, wenn die Kinder Aufgaben bearbeiten sollten.

Ich kann jedoch nicht von einem „geregelten“ Tagesablauf sprechen. Es gab zwar feste Termine, die sich jede Woche wiederholten, dennoch kam jeden Tag etwas Neues auf mich zu und das war auch gut so.

Ich ging jeden Tag gerne zur Arbeit und vor allem immer mit einem guten Gefühl. Ich wusste, dass Frau Guse und Frau Richter immer hinter mir standen und, dass sinnvolle und schöne Aufgaben auf mich warteten.

Durch mein FSJ habe ich viele Erfahrungen gesammelt, die mir später im Studium, vor allem in den theoretischen Zeiten helfen können. Ich werde immer Bilder, zum passenden Thema vor Augen haben und wissen, wovon die Rede ist.

Ich weiß nun auch konkret, wohin mein Weg gehen soll und kann mich darauf konzentrieren. Ich möchte Lehrerin werden und hoffe, Ende des Jahres ein Lehramtsstudium anfangen zu können.

Ein großer Wunsch von mir wäre es, tatsächlich später als Lehrerin an die Christophorusschule in Rostock zurückkehren zu können.